Einige der Gäste im Hotel schauten sich verstohlen um als sie ihn erblickten.
Einige glaubten ihren Augen kaum, aber da stand ein Mann, dessen Leib völlig mit Ratten bedeckt war. Nur sein Kopf schien ausgespart, und mit schütterem Haar, aber zornigem Blick schritt er langsam auf sie zu. Einige im Raum hofften noch auf die Security. Vergeblich. Die Ratten krallten sich in die Lumpen und in die nackte Haut des Mannes. Doch als er mit dem Finger wie ein Omen in die Mitte des Raumes zeigte, durchfuhr sie eine Unruhe. Sie ließen von ihm ab und sorgten im Saal für Chaos. Sie verbissen sich in die Haare der Gäste. Sie stießen Gläser von den Tischen. Sie verteilten Essensreste auf den weißen Tischdecken. Im Saal herschte Panik. Alles lief wild umher und machte ein entsetzliches Geschrei. Doch es sollte noch schlimmer kommen, denn nun traten hinter dem Rattenmann mit Bazookas bewaffnete kongolesische Kindersoldaten aus der Dunkelheit. In ihren Augen war Entschlossenheit zu erblicken.
Sie richteten ihre Waffen auf die illustre Gesellschaft. Die völlig verwirrten Gäste erstarrten nun vor Furcht. Wieder richtete Underground-Assisi seine Hand in den Raum hinein. Die Kindersoldaten feuerten ihre Bazookas ab. Doch statt Granaten kamen mit Eiter gefüllte Wasserbomben heraus, die an den ratten-zerkratzten Gesichtern der Gäste lustvoll zerplatzten. Einige von ihnen wurden ohnmächtig andere zitterten am ganzen Leib. Der Rattenmann aber hob zu einer letzten Rede an: "Wahrlich, dies ist kein Zeichen. Dies ist die erste Nacht von vielen, die kommen werden".
Und er wandte sich ab und hielt einen Moment inne. Die Ratten strömten wieder auf ihn zu und bedeckten ihn nun wieder wie eine Rüstung. Und zusammen mit den Kindersoldaten verließ er die Szenerie in die finstere Nacht hinein.
Gerade als sie draußen waren sagte einer der Kindersoldaten:"Hey Detlef D., meinst du nicht,dass du, seit du mit dem Tanzen und den Castingshows aufgehört hast, und stattdessen nur noch radikale Performancekunst machst, es ein wenig übertreibst?".
"Halt den Mund! Wir haben heute noch viel zu tun."










