Montag, 23. Mai 2011

Ankündigung: Insomnale 2011 – Lesung

„Jedes Mal, wenn ich in so einem Formular bei der Stelle angelangt bin, wo man schlicht und einfach über sich selbst schreiben soll, frage ich mich: Mensch, wer bin ich denn? Ich weiß es selbst nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach Künstler.“ Th. S.

Fans und Groupies aufgepasst! Am 24. Juni soll anlässlich der Insomnale eine multimediale Lesung stattfinden, organisiert vom Referenten für Öffentlichkeitsarbeit (FSR Germanistik). Die Planung ist bereits in vollem Gange. Die Teilnehmerliste darf zwar noch nicht veröffentlicht werden, aber es gibt gute Gründe zu hoffen, dass ein oder zwei forellenfriedhof überlaut - Mitglieder unter den Lesenden sein werden…

Zur Einstimmung auf das multimediale Konzept dieser Lesung seien hierbei drei Video-Poems vom ebenfalls teilnehmenden und uns allen als Kaninchenzüchter bekannten Ögyr jedem von mir ans Herz gelegt:







Sonntag, 15. Mai 2011

Im Eigenen Saft: Musik für einen trägen Sommer






Zeit für die erste Forellenfriedhof-Kompilation! Musik für alle, die eigentlich doch müssten, die sich ganz sicher vorgenommen haben, die nur noch darauf warten dass, die sich sofort aufraffen würden wenn. Der offizielle Soundtrack des stillen Ausharrens, Nichttuns, Vor-sich-hinvegetierens.


Samstag, 7. Mai 2011

Synapsenkitzler und Kriegsgeheul: Ein schöner Tag zum reKapitulieren

"Sometimes I think Morgenthau was right!"
- "простите, что вы сказали?"
An manchen Tagen kehrt auch ein verwöhntes Wohlstandskind wie ich in sich ein und wird ganz besinnlich. Kann ich heute meine Jugend eigentlich nur verschwenden,weil einige Amis ihre Kapitalistenärsche im Zweiten Weltkrieg riskiert haben? Und ist es dabei nicht etwas kurzsichtig, immer nur den Top Four der Alliierten zu danken und niemals Mongol_Innen, Nicaraguaner_Innen, Haitianer_Innen, Chilen_Innen, und Tannu-Tuwiner_Innen, um nur einige der 53 anderen alliierten Mächte zu nennen? Ist mein "Sex on the Beach" eigentlich nur möglich wegen "Death on the Beach" am D-Day? Kann ich diese wunderbaren Hammondorgeltöne der Doors eigentlich nur genießen wegen der Stalinorgeln der Roten Armee?



"Frazy (Capitulation Remix)"
von Victor von Hagestolz und Arthur Cronen
Original: Synapsenkitzler - "Frazy" feat. Bedingungslose Kapitulation

Dienstag, 3. Mai 2011

Bloggermobbing - Teil I: Drohbrief.Tutorial

„Nie Drohbriefe, immer nur Theologenkongresseinladungen!“, wird Lukas Gadlman des Öfteren frustriert ausgerufen haben, ganz im Gegensatz zu seinem schwarzgelockten Mitbewohner* der sich großer Bedrohungsbeliebtheit erfreut. Da nicht jedem ein Mathias Mann zur Befriedigung dieses speziellen Aufmerksamkeitsdefizits zur Verfügung steht, hat sich Lou einmal mehr Gedanken gemacht und für euch ein übersichtliches Drohbrief-Tutorial zusammengestellt. So könnt ihr euren Liebsten ab und zu eine kleine Freude machen.

(Ausklappbare Drohbrief-Tutorial-Broschüren zur Auslage in Zahnarztpraxen gibt’s auf Nachfrage bei forellenfriedhof@gmx.de - gegen eine kleine Aufwandsentschädigung)



DROHBRIEF-TUTORIAL
(für Eilige reichen die Überschriften, Interessierte und Fortgeschrittene dürfen sich gern in die erläuternden Überlegungen vertiefen)

DO’s

1. STECK DIR EIN ZIEL!
Du willst bedrohen. OK. Aber was willst Du erreichen? Soll der zu Bedrohende etwas Bestimmtes tun oder unterlassen? Oder willst Du ihm nur ein bisschen Angst einjagen? Für den ersten Fall hat sich der gute alte Konditionalsatz bewährt (wenn, dann!), für den zweiten Fall reicht die Ankündigung eines schrecklichen Ereignisses völlig aus. (Besonders witzig: der Irrealis der Vergangenheit - „Wenn du nicht gestern das und das getan hättest, würde morgen auch das und das nicht passieren!“)

2. SEI PERSÖNLICH!
Ganz klar. Keine Anredeformalitäten. Duze den zu Bedrohenden und gib ihm, wenn möglich, diffamierende Namen wie „Gesichtsmortadella“, „Flachtitte“ oder „FDP-Wähler“. (Kleiner Hinweis: die Beleidigung muss nicht der Wirklichkeit oder eurer tatsächlichen Meinung entsprechen)

3. BELEIDIGE, ABER FEIN DOSIERT!
Beleidigen gehört natürlich zum guten Ton eines Drohbriefes – aber überhäufe den zu Bedrohenden nicht damit, gut platziert entfalten einige wenige Diffamierungen viel besser ihre Wirkung als viele, wahllos aufsummierte.

4. NENNE GRAUSAME ABER MÖGLICHE KONSEQUENZEN!
Was wäre ein Drohbrief ohne Androhung? Hier kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen – dennoch: zu absurde und unrealistische Phantasien (so schön Du sie Dir auch vorm Schlafengehen ausgemalt hast) gehören nur ins Tagebuch.

5. HALTE DICH KURZ!
Ein Konditionalsatz ODER ein, maximal zwei Hauptsätze ODER eine rhetorische Frage plus selbst gegebene Antwort. Warum so kurz? Siehe DON‘Ts.

6. VERDECKE DEINE IDENTITÄT, WENN MÖGLICH!
Weiß der zu Bedrohende nicht, wer Du bist, verunsichert ihn das. Er kann Dich nicht einschätzen. In den seltensten Fällen erhöht gerade die Kenntnis Deiner Identität die Chancen auf die gewünschte Reaktion - vielleicht kannst Du aber falsche Indizien einstreuen, sodass er Dich für jemanden hält, vor dem er wirklich Respekt hat.

7. BEGIB DICH UNTER DAS NIVEAU DEINES GEGENÜBERS ODER DARÜBER!
Eine Drohung verliert ihre Wirkung, wo der zu Bedrohende das Gefühl bekommt, dass man vernünftig mit Dir reden könne. Also: sei primitiv und roh, wo eine feine, womöglich diplomatische Natur zu bedrohen ist, oder aber bedrohe in einer fremdwörtergespickten Sprache, die der zu Bedrohende nicht mehr versteht, weil er zu dumm ist.

DON’Ts

1. LANGE BEGRÜNDUNGEN
Willst Du bedrohen oder Dich beschweren? Ausführliche Begründungen und zornige Absätze im Din-A4-Format lassen Dich nur weinerlich aussehen und wirken obendrein lächerlich. Je nach Intellekt des Bedrohten gewinnt er mit jedem weiteren Satz mehr Informationen über Dich und wird sie gegen Dich verwenden. Heulen kannst Du im Schoß Deiner vollbusigen Freundin.

2. POLIZEI VERMEIDEN
Sätze wie: „Schalten Sie die Polizei nicht ein“ sind ein absolutes NoGo! Damit verrätst Du nur Deine Unsicherheit und die Angst vor ernsthaften Konsequenzen! Die wenigsten Menschen schalten bei einem Drohbrief sofort die Polizei ein, solange sie nicht glauben an Leib und Leben bedroht zu sein.

3. ÜBERFLÜSSIGE VERSCHLEIERUNG
Nicht vergessen! Identitätsverschleierung dient nur dazu, den zu Bedrohenden unsicherer zu machen – bezieht sich die Bedrohung aber auf eine Sache, die nur er und Du wissen können, wirkst Du dämlich. Zeitungsschnipsel zusammenkleben ist Waldorfschule. Heutzutage reicht es völlig aus, die Bedrohung im Word-Dokument zu formulieren und auszudrucken. Für Leute, die’s dennoch nicht lassen können und einfach auf den Style stehen, hier dennoch zwei nützliche Links:
Drohbrief-Generator und Drohbrief-Grußkarte


LOUS WORKSHOP

Euch hat mein Drohbrief-Tutorial gefallen? Ihr möchtet die Theorie jetzt aber auch mal in die Praxis umsetzen? Ich helfe euch dabei. In LOUS WORKSHOP habt ihr für eine Woche die Möglichkeit, das professionelle Drohbriefschreiben und weitere Kulturtechniken zu erlernen! Bekenner-, Liebes- und Abschiedsbriefe bilden nur eine kleine Auswahl.
Termine werden bald bekannt gegeben.
Anfragen diesmal an lou.von.gillot@web.de!

Häufig gestellte Fragen

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*Nachtrag: Victor von Hagestolz wollte namentlich nicht erwähnt werden. Ich zeige dafür natürlich vollstes Verständnis.