Donnerstag, 1. April 2010

experimenteller Schlafabzug, Tag 2/3 THC

Mit Nachtrag vom gestrigen Tage. Grob. Abzüglich universitärer Aufgaben und ohne Bild, weil ich dazu zu träge bin.


Tag 2 20:04 Uhr

Es klingelt. Ohne mich zu vergewissert zu haben, wer unten steht, drücke ich auf den Knopf neben dem schwarzen Schlüsselsymbol meiner Fernsprechanlage. Nach einigen Zigarettenzügen mache ich die Tür auf. Mit Zylinder und Umhang bekleidet schaut mich ein gewisser Herr von Hagestolz nichtssagend an. Ich hatte gehofft, einen anderen Menschen begrüßen zu dürfen und schließe die Tür wieder.
Nach unmotiviertem, auf Eintritt insistierendem Klopfen, öffne ich die Tür erneut. Mir fällt wieder ein, dass wir verabredet waren, um Kompositionen durchzusprechen. Wir setzen uns in mein, seit der letzten Party nicht aufgeräumtes Wohnzimmer. In der Tasse mit Gin schwimmen noch immer Zigarettenstummel. Was für eine Verschwendung von Alkohol.
Lethargisch lasse ich meine Finger über die Tastatur des Keyboards gleiten. Ich kann den Takt nicht halten, was schlecht ist bei elektronischer Tanzmusik und fange an irgendwelchen Unsinn zu spielen, statt mich auf das Lied zu konzentrieren.

Tag 2 21:13 Uhr

Wir gehen in den Studentenclub gleich nebenan. Es ist Erstiparty, aber es scheint so als wären bloß wieder nur die üblichen Stammgäste, die sonst auch anwesend sind, da. Man unterhält sich mit Freunden und Bekannten über "Dies und Das". Ich hasse den Smalltalk, der nach den Semesterferien eintritt. Wie geht's? Wie läuft das Studium? Willst du was trinken? Naja, wenigstens die letzte Frage stimmt mich etwas fröhlich.
Lange Zeit passiert nichts. Keine neuen Gesichter. Keine Erstsemester aus meinem Studiengang. Partyscheues Gesindel.

Tag 2 23:16 Uhr

Der Club füllt sich.
Ich unterhalte mich über Theismus und Religion. Das erste interessante Gespräch heute. Reflektierter Gesprächspartner, angenehmer Diskussionstil. Wir sitzen auf einer Couch neben der Tanzfläche. Rot, grün, blau, gelb, Nebel. Everybodies Favourites. Die Menschen verhaken sich ineinander und trennen sich wieder. Ältere Studenten drängen sich an Erstsemestermädchen. Wie viele "Beziehungen" heute entstehen kann ich nicht sagen.

Tag 3 01:59

Bevor ich mir das Treiben noch länger ansehe, würde ich mich lieber erschießen. Ich gehe heim und arbeite am Drehbuch für den Kurzfilm.

4 Kommentare:

  1. Nicht gerade nett, wie sie in der Öffentlichkeit Ihren herzensguten Mitblogger diffamieren.
    Nett dagegen, wie "Du bist Gift"-Zitate schleichend in den Sprachgebrauch Einzug finden.

    Nicht gerade originell, über Smalltalk herzuziehen.
    Originell dagegen (so hoffe ich zumindest) die entstandenen Drehbuchfragmente - ich bin gespannt!

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  2. Sehr geehrter Herr Gadlman,
    mit bedauern betrachte ihr Siechtum.
    Wäre die Psyche ein Aggregatzustand sie wären gasförmig. Ein freischwebendes Teilchen.Seien sie doch mal etwas fluider.Sie müssen ja nicht gleich fest werden.

    P.S: Lesen sie dazu doch meinen Aufsatz:"physics of mind chapter 1:hyperfluid minds in postmodern society"

    Mit freundlichen Grüßen Arthur Cronen

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  3. Werter Herr Cronen!

    Sehr würde auch ich mich freuen, Ihren Aufsatz in die Hand zu bekommen und lesen. Auch ihre Idendität per se interessiert mich (wenngleich ich schon die eine oder andere Vermutung habe).

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  4. Wo diffamiere ich Sie denn, werter von Hagestolz?
    Ich finde hier ehrlich gesagt gar nichts wirklich originell. Die DbG-Zitate fand ich aber passend.

    Danke für den Tipp, Herr Cronen. Im Gegensatz zu Herrn von Hagestolz ist mir Ihre Identität aber egal, geben Sie mir nur den Aufsatz.

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Werte Senioren! In letzter Zeit berichtet man im Forellenfriedhof-Dunstkreis immer wieder von einem Trickbetrüger, der sich infamerweise über Fake-Accounts als "Victor von Hagestolz" ausgibt. Die Fälschung ist allerdings sehr leicht zu enttarnen: Im Gegensatz zum originalen Victor von Hagestolz hat seine Avatarforelle keine Schwanzflosse!
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