(Ausklappbare Drohbrief-Tutorial-Broschüren zur Auslage in Zahnarztpraxen gibt’s auf Nachfrage bei forellenfriedhof@gmx.de - gegen eine kleine Aufwandsentschädigung)

DROHBRIEF-TUTORIAL
(für Eilige reichen die Überschriften, Interessierte und Fortgeschrittene dürfen sich gern in die erläuternden Überlegungen vertiefen)
DO’s
1. STECK DIR EIN ZIEL!
Du willst bedrohen. OK. Aber was willst Du erreichen? Soll der zu Bedrohende etwas Bestimmtes tun oder unterlassen? Oder willst Du ihm nur ein bisschen Angst einjagen? Für den ersten Fall hat sich der gute alte Konditionalsatz bewährt (wenn, dann!), für den zweiten Fall reicht die Ankündigung eines schrecklichen Ereignisses völlig aus. (Besonders witzig: der Irrealis der Vergangenheit - „Wenn du nicht gestern das und das getan hättest, würde morgen auch das und das nicht passieren!“)
2. SEI PERSÖNLICH!
Ganz klar. Keine Anredeformalitäten. Duze den zu Bedrohenden und gib ihm, wenn möglich, diffamierende Namen wie „Gesichtsmortadella“, „Flachtitte“ oder „FDP-Wähler“. (Kleiner Hinweis: die Beleidigung muss nicht der Wirklichkeit oder eurer tatsächlichen Meinung entsprechen)
3. BELEIDIGE, ABER FEIN DOSIERT!
Beleidigen gehört natürlich zum guten Ton eines Drohbriefes – aber überhäufe den zu Bedrohenden nicht damit, gut platziert entfalten einige wenige Diffamierungen viel besser ihre Wirkung als viele, wahllos aufsummierte.
4. NENNE GRAUSAME ABER MÖGLICHE KONSEQUENZEN!
Was wäre ein Drohbrief ohne Androhung? Hier kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen – dennoch: zu absurde und unrealistische Phantasien (so schön Du sie Dir auch vorm Schlafengehen ausgemalt hast) gehören nur ins Tagebuch.
5. HALTE DICH KURZ!
Ein Konditionalsatz ODER ein, maximal zwei Hauptsätze ODER eine rhetorische Frage plus selbst gegebene Antwort. Warum so kurz? Siehe DON‘Ts.
6. VERDECKE DEINE IDENTITÄT, WENN MÖGLICH!
Weiß der zu Bedrohende nicht, wer Du bist, verunsichert ihn das. Er kann Dich nicht einschätzen. In den seltensten Fällen erhöht gerade die Kenntnis Deiner Identität die Chancen auf die gewünschte Reaktion - vielleicht kannst Du aber falsche Indizien einstreuen, sodass er Dich für jemanden hält, vor dem er wirklich Respekt hat.
7. BEGIB DICH UNTER DAS NIVEAU DEINES GEGENÜBERS ODER DARÜBER!
Eine Drohung verliert ihre Wirkung, wo der zu Bedrohende das Gefühl bekommt, dass man vernünftig mit Dir reden könne. Also: sei primitiv und roh, wo eine feine, womöglich diplomatische Natur zu bedrohen ist, oder aber bedrohe in einer fremdwörtergespickten Sprache, die der zu Bedrohende nicht mehr versteht, weil er zu dumm ist.
DON’Ts
1. LANGE BEGRÜNDUNGEN
Willst Du bedrohen oder Dich beschweren? Ausführliche Begründungen und zornige Absätze im Din-A4-Format lassen Dich nur weinerlich aussehen und wirken obendrein lächerlich. Je nach Intellekt des Bedrohten gewinnt er mit jedem weiteren Satz mehr Informationen über Dich und wird sie gegen Dich verwenden. Heulen kannst Du im Schoß Deiner vollbusigen Freundin.
2. POLIZEI VERMEIDEN
Sätze wie: „Schalten Sie die Polizei nicht ein“ sind ein absolutes NoGo! Damit verrätst Du nur Deine Unsicherheit und die Angst vor ernsthaften Konsequenzen! Die wenigsten Menschen schalten bei einem Drohbrief sofort die Polizei ein, solange sie nicht glauben an Leib und Leben bedroht zu sein.
3. ÜBERFLÜSSIGE VERSCHLEIERUNG
Nicht vergessen! Identitätsverschleierung dient nur dazu, den zu Bedrohenden unsicherer zu machen – bezieht sich die Bedrohung aber auf eine Sache, die nur er und Du wissen können, wirkst Du dämlich. Zeitungsschnipsel zusammenkleben ist Waldorfschule. Heutzutage reicht es völlig aus, die Bedrohung im Word-Dokument zu formulieren und auszudrucken. Für Leute, die’s dennoch nicht lassen können und einfach auf den Style stehen, hier dennoch zwei nützliche Links: Drohbrief-Generator und Drohbrief-Grußkarte
LOUS WORKSHOP
Euch hat mein Drohbrief-Tutorial gefallen? Ihr möchtet die Theorie jetzt aber auch mal in die Praxis umsetzen? Ich helfe euch dabei. In LOUS WORKSHOP habt ihr für eine Woche die Möglichkeit, das professionelle Drohbriefschreiben und weitere Kulturtechniken zu erlernen! Bekenner-, Liebes- und Abschiedsbriefe bilden nur eine kleine Auswahl.
Termine werden bald bekannt gegeben.
Anfragen diesmal an lou.von.gillot@web.de!
Häufig gestellte Fragen
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*Nachtrag: Victor von Hagestolz wollte namentlich nicht erwähnt werden. Ich zeige dafür natürlich vollstes Verständnis.





























